Tanz

"Solange der Kopf nicht denkt und das Herz nicht fühlt, wird alles nur eine maschinenmäßige Ausführung sein, die das Auge blendet, ohne je den Geist oder das Herz zu rühren."

Jean-Georges Noverre
in "Briefe über die Tanzkunst", 1760

 

Das Zitat von Noverre ist erstaunlich aktuell und dennoch die natürlichste Erkenntnis über das Wesen des Tanzes als künstlerische Ausdrucksform. Er betont hierbei, dass der Tanz durch innerste Emotionen belebt werden muss, er nicht einzig mechanisch dargeboten sein darf.

Im Tanz engagiere ich mich in folgenden Bereichen:

 

Ballettunterricht

Waganova-Methode

Die Waganova-Methode ist eine Lehrmethode des klassischen Balletts, entwickelt von Agrippina Waganova (1887–1953), die weltweit in vielen Ballettschulen gelehrt wird, und international als ein Standard für die klassische Technik gilt.

Sie verbindet Eleganz und Gründlichkeit und legt besonderen Wert auf eine harmonische Gesamtkonzeption von Kopf-, Oberkörper- und Beinführung. Eine gute Körperspannung ohne Verkrampfung und die kontrollierte Bewegungsführung aus der Körpermitte gehören zu den grundlegenden Elementen der Methode.

Wichtig ist das Erarbeiten eines guten Turnouts im Rahmen der individuellen anatomischen Voraussetzungen, und die systematische Progression vom einfachen Plie bis hin zum Allegro. Mit fortgeschrittenen Schülerinnen arbeite ich bei entsprechender Eignung, dem vorgegebenen Mindestalter und ausreichender Trainingsfrequenz auch „en point“, also auf der Spitze.

Grundlagen des Jazzdance

Broadway Jazz / Authentic Jazz

Die Technik des Jazzdance zeichnet sich durch rhythmische Vielschichtigkeit, Energie und Körperkontrolle aus. Charakteristisch sind isolierte Bewegungen von Hüften, Brust, Schultern und Armen sowie ein häufiges Spiel mit Tempo, Rhythmus und Stilrichtungen.

Die Haltung variiert je nach Stil, oft wird in offener, dynamischer Spannung gearbeitet, hervorgerufen durch den ständigen Kontrast von Contraction und Release. Typisch für den Jazzdance ist auch das Nutzen aller Ebenen vom hohen Sprung bis zu Bewegungen auf dem Boden.

In meinen Choreografien verwende ich häufig auch Elemente des traditionellen Jazzdance und des Musical-Styles und mixe sie mit Bewegungsformen anderer Stilrichtungen.

Workshops Ausdruckstanz • Tanztheater

Modern Dance / Tanzimprovisation / genreübergreifende Arbeit

Tanztheater verbindet tänzerische Bewegung mit einer künstlerischen Aussage, szenischem Geschehen und Musik. Ausdruckstanz fokussiert vor allem persönliche Emotion, Körperausdruck und Freiheit von klassischen Techniken. Beide legen Wert auf Kreativität, Interpretation und Subjektivität statt strikter Stilvorgaben. Für Kinder und Jugendliche stellt diese Kombination eine wertvolle Möglichkeit dar, Kreativität, Selbstvertrauen und Bühnenpräsenz zu entwickeln.

Da, wo Worte fehlen, können Gefühle über Bewegung ausgedrückt werden. Durch Perspektivenwechsel und Figurenbildung werden die Empathie geschult und soziale Kompetenzen gefördert. Gleichzeitig wichtig ist die Offenheit für unterschiedliche Körperformen und Ausdrucksweisen.

In meinen Workshops und Weiterbildungsangeboten biete ich Lehrer/innen und Erzieher/innen ein Gerüst für das Nutzen spielerischer Ansätze und das Experimentieren mit eigenen choreografischen Bildern – z.B. für Tanz- oder Theater im schulischen Rahmen.

Grundlagen des Charaktertanzes

Europäische Volks- und Nationaltänze

Charaktertanz ist eine Form des Tanzes im klassischen Ballett, in der Schauspiel, Mimik und konkrete Figuren aus volkstümlichen oder historischen Charakteren im Vordergrund stehen. Er zeichnet sich durch stilisierte Volkstänze, klar definierte Gesten, typisch kostümierte Rollen und eine expressive, oftmals humorvolle oder dramatische Darstellung aus.

Die Wurzeln liegen im 19. Jahrhundert: russische Balletttruppen integrierten charakteristische Tänze aus verschiedenen Nationen in das Repertoire; so entwickelte sich der Charaktertanz neben der rein klassischen Tanzsprache und verfügt auch über eine eigene Exercise-Form an der Barre.

Ich nutze Elemente des Charaktertanzes gelegentlich als Baustein in eigenen Inszenierungen, um Authentizität, Musikalität und Stilgefühl zu vermitteln.